Amelie in Neuseeland!!!
  Startseite
    Berichte
    Bilder
    Adresse
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/ami-in-nz

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ganz viele neue Infos...

Hallöle,
man oh man, was in 2 Monaten alles passieren kann. Ich weiß mal wieder nicht wo ich anfangen soll...
 
Ich versuche mal an den letzten Bericht anzuknüpfen; damals wartete ich auf Antwort von den Schulen:
Die habe ich bekommen. Leider waren es Absagen von beiden Schulen, was mich anfangs ziemlich runter gezogen hat. Nachdem ich mein kurzzeitiges Tief überwunden hatte, hieß es weiter machen und den Kopf nicht hängen lassen. In Neuseeland ist die Zeit einfach zu schade um sie mit schlechter Laune zu verplempern. Außerdem hatte ich keine Zeit mich großartig hängen zu lassen, da mein Touristenvisum auslief und unbedingt in ein „Work and Holiday“-Visum geändert werden musste, damit ich im Land bleiben durfte. Das gestaltete sich etwas schwieriger als ich dachte und ich musste ein paar Medical Tests machen und danach auf mein Visum warten. Am 10.11 habe ich dann endlich die Bestätigung bekommen und konnte mich somit auf Jobsuche begeben. Da es mit dem Studium vorerst nicht geklappt hat, musste ich mir ja etwas anderes suchen. Also sollte schnellstmöglich ein Job her.

Außerdem habe ich mich auf Wohnungssuche begeben, da ich mit Amelia und Norbert verabredet hatte, dass ich im Januar 2011 ausziehen werde.
Da hier gerade die Schule für die 13ten zu Ende ist, sie den Abschluss gemacht haben und im nächsten Jahr mit dem Studium anfangen sah es etwas schwierig an der Wohnungs- und Jobfront aus. Ich fragte an vielen Stellen, führte tolle Gespräche, lernte nette Menschen kennen, schaute mir Zimmer an, fuhr mit einem stinkenden und komischen Makler in einem Auto von einem Studentenwohnheim zum nächsten und latschte ein Paar Schuhe durch (das meine ich ernst, die Sohle ist durch), aber irgendwie wollte weder ein Job noch ein Zimmer dabei raus springen.

Eines Abends erzählte Amelia, dass sie eine Email von Kirstin (eine befreundete Deutsche hier in NZ) bekommen hatte. Kirstin ist Mitglied in einem deutsch-neuseeländischen Netzwerk und bekommt da öfters mal Rundmails. Nun hatte sie eine Mail weitergeleitet, in der dringend nach einem deutsch AuPair ab Januar gesucht wurde. Ich habe der Familie sofort geschrieben und schon am nächsten Abend hatte ich mit der Mutter mehrere Mails ausgetauscht. Am nächsten Tag telefonierten wir und noch in derselben Woche trafen wir uns zum gegenseitigen kennen lernen. Wir verbrachten einen schönen Tag am Strand und sie luden mich am Abend zum Dinner ein. Die beiden Mädchen haben beim Abendessen beide schon überzeugt gesagt, dass sie mich unbedingt als Nanny haben möchten, worauf die Mum sagte, dass sie darüber noch diskutieren wollen. Das hat anscheinend nicht lange gedauert, denn schon am nächsten Vormittag habe ich einen Anruf bekommen. Sie wollen mich unbedingt haben. Ich habe freudig zugestimmt, denn es schien einfach alles sehr gut zu passen.

Ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin ab Januar bis November als AuPair in Birkenhead beschäftigt und werde auf Meila (7) und Maleika (5) aufpassen. Die Mum Ashlyn, Kiwi,  wird einen Onlinekurs in Early Childhood Education beginnen und braucht deswegen Unterstützung im Haushalt und mit den Kids. Der Vater, Markus, kommt aus Deutschland, was auch der Grund ist, weshalb sie gerne ein deutsches AuPair möchten. Ich soll mit den Kindern, die beide hier geboren sind und bis jetzt einmal zu Besuch in Deutschland waren, etwas Deutsch üben. Es ist allerdings keine ausdrückliche Regel, dass Deutsch gesprochen wird, also bleibt mein Englisch (welches sich wirklich verbessert hat) nicht auf der Strecke. Ich freue mich schon total und bin sehr gespannt.
Zwischen dem 16. und 18. Januar werde ich bei ihnen anfangen und dann mit den Kindern 3 Wochen gemütlich verbringen, bis die Schule wieder beginnt.
Sie wohnen in einem 3 bedroom house (hier zählt man nur die Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad etc. kommt dann noch dazu) und ich werde mein eigenes Zimmer haben, welches Ashlyn extra für mich herrichten wird. Ich freue mich wirklich wirklich sehr sehr doll!!!! Drück mir die Daumen, dass dann auch alles so toll ist, wie es sich momentan abzeichnet…

Neben der Jobsucherei habe ich natürlich auch vieles anderes erlebt. Zum Beispiel habe ich in der Show meiner Tanzschule mitgewirkt. Es ist schon interessant wie anders diese ganzen Kiwishows ablaufen. Wir haben uns in ein Collegetheater eingemietet und hatten an einem Wochenende drei Shows. Ich war etwas unsicher vor den Shows, da ich ja erst ein paar Monate dabei war und mir nicht so ganz so sicher in den Choreografien war. Es war auch im Allgemeinen etwas chaotisch in der Vorbereitung und nicht immer alles so einfach zu durchblicken, was die ganze Planung anging. Aber ich habe das Beste daraus gemacht und meine Tänze zuhause geübt, um mich nicht zu sehr zu blamieren. Leider ging die erste Show etwas in die Hose, denn es wurden aus Aufregung viele Fehler gemacht. In Publikum saßen in der ersten Show nicht viele Leute, deswegen war das ganze nicht allzu schlimm, allerdings wurde die erste Show leider gefilmt. Naja, was soll’s. Die anderen beiden Shows sind gut gelaufen und ich hatte Spaß während der Aufführungen. Außerdem kam ich während der langen Wartezeiten Backstage so richtig mit den anderen Mädchen der Schule ins Gespräch, was sich sonst etwas schwierig gestaltete, da die Tanzstunden ohne Pause ineinander übergingen und ich immer zwei hintereinander belegt habe und somit nicht viel Möglichkeiten zum quatschen hatte. Aber an dem Wochenende hatten wir reichlich Zeit und haben diese auch ausgenutzt. Das ist wirklich ein netter Haufen.

Mit meiner anderen Tanzgruppe (Jazzladies) sind wir zum Abschluss des Jahres gemeinsam essen gegangen und hatten einen wirklich tollen und lustigen Abend. Es ist schon etwas schade, dass ich jetzt die Tanzschule wechsle, nicht unbedingt wegen des Unterrichts, aber wegen der Kontakte die ich geknüpft habe. Aber ich wollte ja eigentlich von Anfang an in eine andere Tanzschule und das werde ich jetzt auch machen. Außerdem ist Whangaparaoa, wo sich meine jetzige Tanzschule befindet, von Birkenhead zu weit weg. Ich werde also im neuen Jahr in einer Tanzschule in Torbay starten und freue mich schon sehr darauf. Die Leute dieser Schule kenne ich schon vom Sehen und unterrichtstechnisch ist diese Schule einfach besser.

Was habe ich noch so erlebt?

Ich habe meine Lerner Licence bestanden!!! Das ist die erste Stufe des Führerscheins hier in Neuseeland und von den Konditionen her vergleichbar mit dem Führerschein mit 17 in Deutschland. Ich kann in Begleitung Auto und alleine Moped fahren. Amelia und Norbert sind so nett und leihen mir ihren Scooter (eine Art Moped) für ein halbes Jahr bis ich dann meine Restricted Licence machen kann und dann alleine Auto fahren darf.

Ich war bei der Santa Parade in Orewa. Santa Parades gibt es hier in der Vorweihnachtszeit zu Hauf. Die große Auckland Parade habe ich leider verpasst, weil ich am selben Tag eine Tanzaufführung hatte. Aber die in Orewa war wirklich süß. Diese Parades bestehen aus allen möglichen Gruppen, Geschäften und Clubs, die quasi Werbung für sich machen. Sie sind mit Karnevalsumzügen zu vergleichen, nur eben mit einem weihnachtlichen Touch.

In Takapuna gab es ein Straßenfest mit einer Bühne auf der von Scottish Country Dance über HipHop bis zum Musical alles stattfand. Das war eine Art Santa Parade, nur eben ohne Parade und stattdessen mit Bühne. Die Stimmung war so super entspannt und wir haben alle einen tollen Tag dort verbracht.

Ich finde es im Allgemeinen total super, dass es warm ist in der Vorweihnachtszeit. Ich dachte eigentlich immer, dass ich damit Probleme haben werde, aber ich finde es so super. Man kann nämlich wirklich was unternehmen und draußen unter Leuten sein ohne sich alles abzufrieren. Mir gefällt das sehr gut! Hier im Kiwisummer findet eigentlich alles draußen statt. Alle sitzen auf ihren Decks oder im Garten und genießen das Wetter. In den letzten paar Tagen hat es Gott sei Dank viel geregnet, wofür hier alle dankbar sind. Es war hier sehr früh ungewöhnlich heiß und trocken. Die regenlosen Monate kommen noch auf uns zu und da hier im ländlichen Stillwater alle aus Wassertanks leben und nicht mit Leitungswasser versorgt sind, loben alle die reichlichen Regenfälle.

Am Montag hat es schon morgen sehr stark geregnet und dabei war es lecker warm. Amelia und ich sind dann ohne Regenjacken mit dem Hund spazieren gegangen und das war soooo toll, weil es ein total toller warmer Sommerregen war. Es hat so toll gerochen überall. Einfach herrlich. Man hatte sich quasi die Dusche gespart, hihi. Das war wirklich eine angenehme Erfrischung. Als wir wieder zu Hause waren, waren wir natürlich pitschnass und total glücklich! Es war sehr amüsant wie uns die Leute aus ihren Autos heraus  angeguckt haben. Ich glaube die dachten wir wären von dem Regen überrascht worden und hätten unsere Regenjacken vergessen. Ich habe dann alle mit einem breiten zufriedenen Grinsen davon überzeugt, dass das alles extra war…

Eins meiner Lieblingsevents bis jetzt fand am letzten Wochenende statt. Und zwar waren wir bei „Christmas in the Park“ ein riesen Openair Konzert for free organisiert von Coca Cola. Dieses Event gibt es jedes Jahr vor Weihnachten und es ist ein Geschenk von Coca Cola an Neuseeland. Wir sind schon ganz früh losgefahren um möglichst irgendwo vorne zu sein. Auf dem Veranstaltungsgelände angekommen, haben wir unsere Plane und die Campingstühle ausgepackt. Typisch Neuseeland eben. Naja, die Kiwis und Maoris waren sogar noch besser. Einige Familien kamen mit ganzen Zelten und riesen Kühlboxen an. Die ganze Stimmung war so familiär und entspannt. Um die Wartezeit bis zum Konzertanfang zu verkürzen sind wir in die Botanischen Gärten gegangen. Einfach super schön! Mehr kann ich nicht sagen. Von der Pflanzenwelt bin ich immer wieder begeistert und das obwohl ich nun wirklich nicht der große Gärtner bin, von meinem ungrünen Daumen mal ganz abgesehen. Aber was hier wächst ist einfach unglaublich. Auf unserem Spaziergang haben wir dann noch Gänse und Enten mitsamt Küken gesehen. So süß!

Wieder auf dem Gelände angekommen, ging es dann auch bald los. In dem Konzert haben berühmte Kiwi- und Australiastars (von denen ich allerdings nicht allzu viele kannte) mitgewirkt und vom Weihnachtslied bis zu Lady Gagas „Bad Romance“ war alles vertreten. Auch sehr coole HipHop Tänzer waren mit dabei. Am Ende wurde der riesige Weihnachtsbaum erleuchtet, Santa fuhr mit seinem Schlitten durchs Publikum und es gab das beste Feuerwerk, was ich jemals erlebt habe. Das war einfach UNGLAUBLICH!!! Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich hatte die müde Melina auf dem Arm und meine Kinnlade fiel mir runter als das Feuerwerk begann. Einfach atemberaubend und enorm toll!
Der ganze Tag war eine einzige Party und alle haben miteinander gefeiert und waren gut gelaunt. So eine unglaubliche Stimmung habe ich selten erlebt.
Da kann man nur sagen, vielen Dank Coca Cola!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, was auch bedeutet, dass die Schule zu Ende geht. Melina und Lavinia hatten Donnerstag ihren letzten Schultag und hier beginnen jetzt die laaaaangen Sommerferien bis Anfang Februar. Einige Schulen haben sogar schon letzte Woche den letzten Schultag gehabt. Das ist hier etwas entspannter. Hier geht das nicht nach Bereichen wie in Deutschland Bundesländerweise, sondern alle Schulen entscheiden das individuell. So entstehen nicht allzu große Staus auf den Autobahnen, wenn sich die Kiwis auf den Weg in den Urlaub machen. 
Das Schuljahr geht natürlich nicht klanglos zu Ende. Letzte Woche gab es an der Silverdale School die Graduation der 8. Klassen, die nun die Schule verlassen und nach den Ferien aufs College gehen. Die 7. Klassen haben den Abend organisiert und Tributes für die Schüler gehalten. Es war sehr rührend, da man merkte wie eng die Schüler miteinander sind. Es sind viele Tränen geflossen, da es hier jahrgangsübergreifenden Unterricht gibt und somit ein Teil der jeweiligen Klasse verabschiedet wurde. Für jeden Year 8 Schüler haben 2-3  Year 7 Schüler eine Urkunde geschrieben und diese wurden lauf vorgelesen und feierlich übergeben. Die Year 8 Schüler haben ihre Laufbahn an der Silverdale School Revue passieren lassen und anschließen gingen die Eltern und es gab ein Dinner für die Year 8s und die Lehrer serviert von den Year 7s. Abgeschlossen wurde mit einer Disko mit richtiger Band. Eine tolle Art die Abgänger zu verabschieden!

Diese Woche gab es dann das Whole School Prize Giving. Alle Schüler mitsamt Eltern versammelten sich in der Hall und es gab pro Klasse 4 Schüler die ausgezeichnet wurden. Dazu kamen einige Sportpreise (das Sports Prize Giving war schon die Woche davor), Preise für Engagement und so weiter und sofort. Die Gewinnerin des Telentwettbewerbs der Schule hat ihren Gewinnersong vorgesungen und die Honorboards wurden enthüllt. Schüler des Abschlussjahrgangs, die Besonderes geleistet haben kommen an die so genannten Honorsboards. Es gibt eins für Sport und ein allgemeines. Das ist so richtig offiziell und die Schüler werden dort für immer eingraviert sein.
Die Zeremonie wurde mit dem feierlichen Auszug der Year 8s abgeschlossen. Ein wirklich toller Abend und ein Selbstbewusstseinspush für viele Schüler. So was ist echt super!

Ich glaube das war jetzt erstmal wieder ein Haufen Information für euch alle. Ich habe bestimmt ganz viel vergessen, aber wenn ich meine ganzen vergangen 2 Monate niederschreiben würde, säße ich bis Weihnachten hier… 

Ich kann nur sagen, dass ich es hier in Neuseeland absolut liebe und so froh bin den Schritt hier her zu kommen gewagt habe. Es ist echt ein wunderschönes Land mit wundervollen Menschen. Alles in allem führe ich gerade ein wunderbares Leben und genieße es in vollen Zügen!!!

Ich freue mich weiterhin über Mails, Anrufe oder Briefe. Meine neue Adresse in Birkenhead werde ich dann bald hier preisgeben, sodass ihr mich weiterhin erreichen könnt… 

1000 Küsse, Umarmungen und Grüße an euch alle auf der ganzen Welt!

Habt ein wundervolles Weihnachtsfest und einen tollen Start in 2011!!!

 Ich hab euch alle ganz doll lieb!!!     
20.12.10 23:03


Christchurch, Wellington und Roadtrip

Hallo ihr, es ist sooooooooooooooooooooo viel passiert. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll??!?!!?!?! Das letzte Mal schrieb ich vor meinem Trip nach Christchurch und Wellington. Also fange ich, glaube ich, am besten mal da an. Die Audition in Christchurch ist, nachdem ich mich auf dem Hinweg hoffnungslos verlaufen habe, ganz gut gelaufen. Wir hatten eine gemeinsame Tanzaudition, in der wir eine kurze Choreo gelernt haben und dann noch darstellerische Gruppenarbeit („schmelzt zu einem Wort zusammen“ und so weiter) gemacht haben. Danach hatte ich dann meine Gesangs- und Schauspielaudition. Ich hatte danach irgendwie das Gefühl, dass ich mehr gekonnt hätte, was ich etwas schade fand. Die Leute waren aber alle super nett und freundlich und ich habe mich wohl gefühlt. In den nächsten Tagen müsste ich eigentlich eine Rückmeldung von ihnen bekommen. Mal sehen, ich bin sehr gespannt. A propos wohl gefühlt: nicht ganz so wohl gefühlt habe ich mich bei den Erdbeben in Christchurch. Ich war ja in Canterbury, also dort, wo das große Erdbeben vor ca. einem Monat war. Es gibt noch regelmäßig Nachbeben und die habe ich deutlich zu spüren bekommen. Das ist wirklich ein ganz komisches Gefühl. Man will sich instinktiv irgendwo festhalten, zum Beispiel an einem Schrank oder ähnlichem, bis man dann realisiert, dass der ja auch wackelt. Ich muss sagen, dass ich mir Erbeben ganz andern vorgestellt habe. Bei mir hat es immer vor und zurück und danach nach rechts und links gewackelt. Ca. eine Minute lang. Und das auch relativ sanft. Am Samstagabend waren 3 starke Beben. Ich habe zwar gemerkt, dass die stärker waren, aber als ich am nächsten morgen erfahren habe, dass sie mit 5,6 auf der Richterskala gemessen wurden war ich doch etwas überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Beben so stark gewesen sind. Das ist schon ein echtes Phänomen, was man glaube ich erst nachvollziehen kann, wenn man eines gespürt hat. Ich bin doch echt froh, dass die Erde hier oben in Auckland nicht wackelt. Ich muss aber auch sagen, dass ich größeres Chaos und Zerstörung in Christchurch erwartet hatte. Man merkt eigentlich gar nicht viel davon, dass sie vor kurzem unter einem solchen Beben leiden mussten. Komisch ist der Anblick einer vollkommen intakten Straße und dann ist genau in der Mitte ein Haus total zerstört, während alles andere drumrum unbeschadet ist. Man sieht zwar ein paar aufgerissene und gesperrte Straßen, die meisten Kirchen sind abgesperrt und werden von Baugerüsten gestützt, einige Häuser sind beschädigt oder teilweise zusammengestürzt, aber ich hatte es mir wirklich viel schlimmer vorgestellt. Wahrscheinlich habe ich auch nicht das Schlimmste gesehen, weil ich nicht direkt im Epizentrumbereich war. Von Christchurch ging‘s dann für mich weiter nach Wellington, weil ich dort an einem Musicalworkshop teilgenommen habe. Das war wirklich eine wundervolle Zeit. Ich habe super viel gelernt und total tolle Leute getroffen. Zu dem habe ich während des Workshops meine Audition für die Schule in Wellington erledigt. Ich habe mich so wohl dort gefühlt und hoffe wirklich, dass ich eine Chance bekomme. Däumchen drücken!!! Ein anderes Highlight war natürlich, dass ich mich in Wellington mit Mareike getroffen habe. Wir hatten eine sehr lustige Zeit mit den anderen Backpackern, die wir in unserem Hostel getroffen haben. Man lernt in einem Hostel echt schnell Menschen kennen. Leider war ganz Wellington überschwemmt mit Deutschen, was einen nach einer Zeit wirklich nerven kann. Schließlich fliegt man nicht ans andere Ende der Welt um die eigenen Landsleute zu treffen. Abgesehen davon ist Wellington aber eine süße Stadt. Wir sind mit dem Cable Car in die bezaubernden Botanic Gardens gefahren, haben uns das Regierungsviertel angesehen und viel Zeit im Te Papa (ein großes Nationalmuseum in Wellington) verbracht. Außerdem haben wir durch Zufall das Heimattheater des Royal New Zealand Ballets (RNZB) gefunden. Hier läuft momentan eine Dokumentationsserie über das RNZB und es war echt lustig plötzlich an deren Drehplätzen zu stehen. Nach einer Woche Wellington haben wir uns dann mit dem Bus auf dem Weg nach Auckland gemacht. Die Busfahrt war so toll. Wir haben zwar viel geschlafen, aber sind immer zu den richtigen Zeiten aufgewacht, haben Fotos von der atemberaubenden Landschaft gemacht und sind wieder eingeschlafen. Ich war total beeindruckt, als ich einmal rechts aus dem Fenster schaute und Wüste sah und auf der linken Seite ein schneebedeckter Berg umgeben von satten grünem Wald zu sehen war. Von der Natur werde ich hier immer wieder umgehauen… Angekommen in Auckland, haben wir erstmal ein paar Tage gebraucht um uns von den ganzen Eindrücken zu erholen. In der Zeit sind wir mit den Meineküken in den Wendeholm National Park gegangen, wo ich mal wieder von der Natur begeistert war. Gerade ist man noch im tiefsten Wald und 10 Schritte später steht man an einem atemberaubenden Strand, den man durch Zufall gefunden hat. Das ist echt klasse! Am nächsten Tag waren wir in den Weiwera Hot Pools. Das ist eine Badeanlage gleich hier um die Ecke, in der die Pools mit Wasser aus der Weiwera Quelle gefüllt sind und ständig beheizt sind. Der kälteste Pool war 32° und der wärmste 48°; in den letzteren konnte man aber wirklich nicht reingehen. Wir haben einen ganzen Tag dort verbracht und es genossen nichts zu tun als zu entspannen. Als wir dann abends aus dem Wasser mussten, konnten wir kaum normal gehen, weil wir unsere Beine den ganzen Tag nicht benutzt hatten. Das war echt ein lustiges Gefühl! Vergangenen Donnerstag haben Mareike und ich uns dann auf unseren Roadtrip begeben. Wir haben ein super süßes kleines blaues Auto gemietet und haben uns in Richtung Norden aufgemacht. Die Natur war so atemberauben schön, dass wir immer nur „Wow“ sagen konnten und total überfordert waren, mit dem was wir sahen. Das mag sich für euch jetzt vielleicht etwas übertrieben anhörten, aber man kommt hier aus dem Staunen nicht mehr raus und das schon wenn man eine schnöde Straße lang fährt. Einfach unglaublich. Ich denke wir werden noch ein paar Tage brauchen um alle gesammelten Eindrücke zu verarbeiten und vor allem um zu realisieren, dass wir wirklich da waren. Wir haben echt super viel gesehen und ich weiß nicht wirklich wie ich das alles in einen kleinen Bericht quetschen soll, also versuche ich euch unsere Highlights näher zu bringen: Am ersten Abend haben wir den Sonnenuntergang am Strand erlebt, was uns vollkommen umgehauen hat. Das war viel zu schön um wahr zu sein. Wirklich toll! Am nächsten Tag haben wir uns die Kauri Falls angesehen. Das ist ein wunderschöner Wasserfall von dem wir beide total beeindruckt waren. Wir hätten am liebsten den ganzen Tag dort verbracht, aber mussten ja weiterfahren um die anderen tollen Sachen zu erkunden. Schon alleine die Fahrt ist aufregend, weil man ständig an Lookouts (Aussichtspunkte) vorbeikommt oder sich ein wundervoller Strand vor einem auftut. Ansonsten fährt man durch grüne Landschaft, wie man sie sich schöner nicht vorstellen kann. In den Reiseführern und TV-Sendungen sieht ja immer schon alles total toll aus, aber in Wirklichkeit ist es noch 1000mal schöner. Am letzten Tag haben wir uns dann den Doubtless Bay, den Ninety Mile Beach, das Cape Reinga und die riesigen Kauri Trees angeguckt. Das Cape Reinga ist der nördlichste Punkt Neuseelands und laut dem Maoriglauben verweilen dort die Seelen der Verstorbenen. Außerdem treffen dort die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander. Dieser Ort hat etwas Magisches. Leider fahren ganze Busladungen mit Touristen dort hin, aber wir haben es gerade so abgepasst, dass die eine Fuhre gehen musste als wir kamen und die nächste etwas auf sich warten ließ. Das heißt wir waren ein paar Minuten ganz alleine am Cape, was einfach wunderbar war. Als wir da so saßen ist uns aufgefallen, dass wir in dem Moment die nördlichsten Personen in ganz Neuseeland waren. Unglaublich! Die Stille war einzigartig und die Atmosphäre atemberauben. Man guckt auf das Meer und sieht absolut nichts als Wasser, Himmel und Horizont. Alles was man sieht ist blau. Da bekommt man ein ganz anderes Verständnis über die Lage Neuseelands. Einfach toll! Beeindruckend war auch der Kauri Park. Kauri Trees sind die ältesten Bäume Neuseelands. Wir haben uns einen angeguckt, der 2000 Jahre alt ist und einen Durchmesser von 13,8 Metern hatte. Insgesamt war der Baum 51,5 Meter hoch und wird Tane Mahuta, lord of the forrest genannt. Es gibt noch einen anderen Baum, dessen Stamm einen Durchmesser von 17 Metern hat, den haben wir aber wegen der einsetzenden Dämmerung nicht mehr angucken können. Mir hat aber der Tane Mahuta schon vollkommen gereicht. Wir haben, glaube ich, eine halbe Stunde vor diesem Baum gestanden und nur gestaunt. Das ist so unglaublich, wie beeindruckend ein einziger Baum sein kann. Ich habe noch nie einen so großen, geschweige denn, einen so dicken Baum gesehen. Wenn man sich vorstellt was dieser Baum in 2000 Jahren alles mitgemacht hat, ist das verrückt. Ich war so beeindruckt, dass ich am liebsten die ganze Nacht damit verbracht hätten den Baum anzustarren, aber irgendwie war mir das ganz alleine im Wald dann doch zu gruselig. Außerdem mussten wir uns auch auf den Rückweg nach Hause machen, weil wir das Auto zurück bringen mussten. Ich merke gerade beim Schreiben, dass ich noch total überwältigt von den ganzen Eindrücken bin. Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich mich auf meinen „Alltag“ freue. Nach diesen zwei erlebnisreichen Wochen, schadet ein bisschen Normalität ganz und gar nicht. Und ich meine, was ist in Neuseeland schon normal…?!?! Die nächste Zeit besteht für mich aus Warten auf Antwort von den Schulen und daraus meine Tänze für die Show im November zu lernen. Ich glaube das bekomme ich gerade so hin…das ist normal genug^^ Dabei sollten mir keine riesen Bäume oder Capes über den Weg laufen und mich aus den Latschen hauen. Obwohl, hier weiß man nie so genau. Man denkt immer „Das ist definitiv das Schönste, was ich jemals gesehen habe. Besser geht’s nicht!“ und dann geht man um die Ecke und alles wird nochmal getoppt! Das ist unglaublich und klingt vielleicht für euch wirklich etwas unglaubwürdig, aber ich schwöre euch, das ist so! Ich werde mich jetzt weiterhin von unseren tollen Trips erholen. Man man, manchmal braucht man Urlaub vom Urlaub :-) Ich melde mich, wenn‘s was Neues gibt… Bis dahin schicke ich euch ganz viele Küsse und Umarmungen!!! Ach ja: Hier war übrigens Daylight Saving. Das bedeutet, dass wir unsere Uhren verstellt haben. Wir haben also jetzt 11 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Das werden dann 12, wenn ihr eure Uhren umstellt (wann ist das nochmal?)… Just for your information!
17.10.10 04:07


Christchurch + Wellington = MUSICAL!!!

Hallihallo,
na, ihr Lieben, ich hab mal wieder ein paar neue Infos…

Wo fange ich denn mal an? Am besten bei dem, was ihr wahrscheinlich alle mitbekommen habt. Das Erdbeben in Christchurch am 04.09. Gleich vorweg, wir haben davon absolut nichts mitbekommen. Erst als die ersten besorgten Anrufe aus Deutschland kamen, haben wir das Radio angemacht. Bei dem Beben mit der Stärke 7,1 ist in Christchurch, Canterbury ganz schön viel zu Bruch gegangen. Gott sei Dank sind aber, soweit ich weiß, nur eine Person und ein Lama gestorben. Und das auch nicht direkt durch das Beben sondern durch Nach-/Nebenwirkungen und Herzversagen. Hier im nördlichen Auckland haben wir wirklich gar nichts mitbekommen, auch wenn es in den deutschen Nachrichten so ausgesehen hat. Es gab in Christchurch auch kaum Chaos oder Panik oder ähnliches. Da Erdbeben in Neuseeland mehr oder weniger normal sind, wissen die Menschen damit umzugehen. Gleich am nächsten Tag wurde mit Aufräumarbeiten begonnen. Außerdem wurde ausgerechnet welche Gebäude wieder aufgebaut bzw. repariert werden können und welche aus Sicherheitsgründen abgerissen werden müssen. Das ganze wurde durch die heftigen Nachbeben erschwert und so musste jedes Gebäude immer wieder aufs Neue berechnet werden. Es ist echt sehr schade um die vielen alten Steingebäude, die zu Bruch gegangen sind, denn das waren alles antike Werke. Die neueren Häuser sind zum Großteil unbeschadet, weil in Neuseeland aus Pappe ähnlichem Material gebaut wird. Hier gibt es nur selten Steinhäuser (außer in Christchurch) und deswegen geht bei anderen Erdbeben auch sonst nicht so viel kaputt.
Dieses Wochenende bin ich selbst in Christchurch, sogar direkt in Canterbury. Mal sehen wie es dort nun aussieht. Ich bin sehr gespannt!

Ein anderes Thema sind die Sturmwarnungen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass auch das in Deutschland berichtet wurde. Am letzten Freitag, als wir gerade zu Schulschluss in der Schule waren, wurde eine Sturmwarnung durchgegeben. Wir sollten schnell nach Hause, alle Fenster schließen und alle auf uns aufpassen. Das klang schon etwas dramatisch. Auch Lavinias freitägliches Touchspiel, was draußen stattfindet, wurde abgesagt. Wir sind also schnell nach Hause gefahren und haben gemacht, was uns gesagt wurde. Es hat an dem Wochenende schon ziemlich stark geweht, aber alles noch aushaltbar. Allerdings hat es nach dem Wochenende leider nicht aufgehört. Also haben wir hier seit einer Woche ständig ziemlich starken Wind. Doch solange es dabei bleibt, werde ich mich nicht beschweren. Nach der Warnung in der Schule hatte ich etwas Schlimmeres erwartet und bin froh, dass alles so glimpflich verlaufen ist.

Genug vom Wetter, kommen wir zum tanzen. Ich habe jetzt eine Stunde wieder aufgehört, weil ich merkte, dass es nicht so ganz meins war. In den anderen Stunden habe ich dafür immer mehr Spaß und werde vor allem auch immer besser. Im November gibt es bei meiner Tanzschule eine große Show und ich werde dort bei einer Lyricalchoreo mittanzen. Mein Kostüm habe ich schon anprobiert und finde es toll. Ein türkisfarbenes Tanzkleid.
Außerdem springe ich bei einer Show für eine fehlende Jazzlady ein. Ich war schon ein bisschen stolz als ich deswegen gefragt wurde. Ich meine dafür, dass ich erst ca. 6 Wochen dabei bin… Deswegen heißt es jetzt für mich üben, üben, üben, denn so ganz sicher bin ich in den zwei Choreos noch nicht.

Apropos üben, üben, üben: Ich habe ja schon geschrieben, dass ich am Wochenende in Christchurch bin. Und zwar werde ich dort an meiner ersten Audition teilnehmen. Ich bin schon sehr gespannt/angespannt. Amelia und Norbert sagten, dass man mir die Aufregung heute so richtig angemerkt hat. Es ist halt nochmal ein anderer Schnack alleine nach Christchurch zu fliegen und eine Audition zu haben, als wenn ich das ganze in z.B. Berlin hätte. Ich freue mich aber sehr und denke auch, dass ich einigermaßen gut vorbereitet sein sollte. Jetzt hilft nur noch Daumen drücken von euch.
Am Sonntagabend fliege ich dann weiter nach Wellington, wo ich mich mit Mareike treffe und von Montag bis Donnerstag einen Musical Workshop haben werde. Ich freue mich total auf die nächsten Tage und bin sooooo gespannt!
Von Wellington machen wir uns dann gemeinsam auf den Weg zurück nach Auckland und werden eine Zeit lang Touris spielen und uns ein paar Sachen angucken. Der Skytower steht ganz oben auf meiner Liste. Mitte Oktober geht Mareike dann nach Hamilton in ihre Gast-Aupairfamilie und ich habe an dem gleichen Wochenende meine Aufnahmeprüfung in Wellington. Ihr merkt, es wird alles langsam erst für mich. Ich find‘s super!

Was ist noch passiert? Hm, mal überlegen…Es gab viele Aktionen in der Schule der Mädels, wie zum Beispiel die Book Week und die Jump Rope Aktion. Besonders toll fand ich die Dorn Blessing Ceremony, an der wir vorletzten Freitag teilgenommen haben. Die Schule hat einen neuen Gebäudeteil fertiggestellt und dieser sollte eingeweiht werden. Das ganze wurde mit einer Maorizeremonie um 5 Uhr morgens gefeiert. Ja, 5 Uhr morgens!!! Wir sind also um 4 Uhr aufgestanden (ging leichter als es klingt) und sind zur Schule gefahren. Dort waren tatsächlich relativ viele Teilnehmer für diese frühe Stunde und vor allem waren alle gut gelaunt.
Die Zeremonie lief so ab, dass die Maoris am Anfang auf Englisch erklärt haben, was sie sie gleich sagen und tun werden und uns eingeladen es ihnen gleichzutun. Wir zogen alle los im Gänsemarsch, angeführt von zwei kleinen Schülerinnen, die von den Maoris immer Puhi (Engel) genannt wurden und die Reinheit symbolisierten, durch die neuen Räumlichkeiten und haben die Wände mit unseren Händen berührt. So haben wir unsere guten Energien in die Räume gegeben und die eventuellen schlechten vertrieben. Das Ganze wurde begleitet von wunderbaren Maorigesängen und der Gitarre. Abschließend gab es dann noch Reden auf Maori und Englisch, welche alle total rührend waren. Einer hat erklärt warum sie alle die Schuhe angelassen haben, denn normalerweise ziehen Maoris beim Betreten von Gebäuden die Schuhe aus. Er sagte, dass wir alle mit der Teilnahme an dieser Zeremonie für immer Teil der Schulgeschichte seien und alle unseren Teil dazu beitragen. Zu diesem Teil gehöre auch der Staub an unseren Schuhen. Jeder bringe so einen ganz persönlichen Teil mit in die neue Schule, was eine Bereicherung sei. Ich war total beeindruckt, da die Schuhe, die ich an dem Tag anhatte echte Geschichte haben. Und zwar hatte ich meine altbekannten Vans an. Ich habe sie von einer meiner besten Freundinnen direkt 2006 aus Amerika mitgebracht bekommen. Ich habe sie erst etwas aufgehoben, da sie etwas zu groß waren. Aber in den letzten Jahren bin ich damit durch mein bremer Leben spaziert und man (Laura^^) wusste zum Beispiel immer wenn diese Schuhe beim tanzen standen, dass ich schon in der Umkleide bin. Deswegen fand ich diesen Teil der Zeremonie besonders toll, weil soviel Wahrheit darin liegt. Es gab mehrere Momente, wo wir uns alle zusammenreißen mussten, weil die Maoris es einfach total drauf haben Reden zu halten. Danach gab‘s dann shared breakfast im Lehrerzimmer und wir konnten durch die riesigen Fenster den wunderschönen Sonnenaufgang bewundern. Das war echt ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte!!! Vor allem was man alles schaffen kann an einem Tag wenn man um 4 Uhr aufsteht, wow, ich war beeindruckt.

Am nächsten Tag waren wir dann auf unserem morgendlichen Walk und haben so mal eben ein Boot am Wegesrand gefunden. Zwei Häuser weiter standen zwei Boote for free im Vorgarten und davon haben wir nach 3 Minuten Überlegungszeit das größere mitgenommen. Mit Trailer sogar und das for free. Das Frühstück haben wir dann mit lustigen Namensvorschlägen verbracht und ich denke es wird wirklich lustig das Boot für den Sommer auf Vordermann zu bringen. Da wir ja den Boatsclub um die Ecke haben, muss das natürlich auch genutzt werden.

Ich habe hier eine wundervolle Sache kennengelernt: die Hospiceläden. Diese Läden sind wie Flohmärkte. Es gibt Second Hand Sachen genauso wie Spenden von großen Läden und es macht total Spaß dort rumzustöbern. Ich bin mit einer gefüllten Tüte für insgesamt nur 6 Dollar, also ca. 3€ aus der Ladentür gegangen. Das coolste war die Bücherabteilung, wo dann noch Widmungen in den alten Schicken standen. Ich hatte ein Shakespeare in der Hand, wo die Widmung auf 1931 datiert war. Das war echte Geschichte…

Am Sonntag waren wir bei einem Konzert in Takapuna von einem Chor, in dem Amelia und Norbert einige Mitsängerinnen kannten. Das war wirklich ganz nett aber total absurd als sie dann ein deutsches Lied gesungen haben und von Knösplein und Herlien gesungen haben und danach gesagt haben, dass sie kein bisschen verstanden haben. Die Chorleiterin hat es sogar vorher für das Publikum übersetzt, was mir natürlich witzig vorkam. Es ist aber wirklich komisch, wie komisch es mir vorkommt Deutsch zu hören, obwohl ich ja mit Deutsch täglich mehr im Kontakt bin als mit Englisch. Übrigens läuft das mit dem Englisch inzwischen echt ganz gut. Ich verstehe eigentlich alles und spreche auch schon viel. Heute habe ich das erste Mal telefoniert und das auch noch mit einem Telekomfutzi mit indischem Akzent. Das war eine Herausforderung, aber es ging.

Übrigens finde ich es total spannend und amüsant die Auslandsnachrichten/-blogs von anderen Leuten (aus meinem Jahrgang) zu lesen. Ich sitze in Neuseeland und lese Blogs und Nachrichten aus Amerika, Brasilien, Chile, Taiwan und Russland. Und wir kennen uns alle jahrelang aus dem beschaulichen kleinen Bremen. Das kommt mir wirklich etwas verqueer vor. Aber ich muss auch manchmal schmunzeln, denn egal wie unterschiedlich unsere Gastländer auch sind, man teilt manchmal genau dieselben Gedanken und Gefühle…

Ich glaube dabei belasse ich es jetzt erstmal. Ich verabschiede mich dann mal nach Christchurch bzw. Wellington und in eine Zeit voller Gesang, Tanz und Schauspiel!

Ich schicke euch viele Umarmungen und Küsse in die ganze Welt!!!

Tschüüülidü

 

24.9.10 14:08


Neues von mir...

Hola amigos,

es gibt neue Nachrichten von mir…

Seit dem letzten Eintrag ist wieder viel passiert. Ich versuche das mal in eine für euch logische Reihenfolge zu bringen. 

Fange ich mal beim tanzen an:

Im letzten Bericht habe ich ja von meinen Probestunden berichtet. Davon habe ich noch einige gemacht und mich jetzt insgesamt für 4 Stunden entschieden.

Ich mache Lyrical/Contemporary, Ballett und Jazz bei der Schule in Whangaparaoa und nehme noch eine Stunde Theatre Lyrical/Jazz (wir machen allerdings gerade HipHop) in einer Schule in Silverdale, also quasi um die Ecke.

In die meisten Choreos muss ich mich reinfuchsen, aber mittlerweile habe ich kleine Erfolgserlebnisse, wenn ich mich in einem Tanz nicht mehr so ganz verloren fühle oder gar eine Ahnung habe, wie es weitergeht. Die Unterrichtsart ist hier sehr sehr anders und daran muss ich mich erstmal gewöhnen, aber so langsam komme ich ganz gut rein und verstehe sogar das Meiste der befremdlich englisch klingenden französischen Ballettbegriffe.

Alles in allem genieße ich die Stunden sehr und bin auch immer ganz schön geschafft danach. Ein toller Nebeneffekt ist, dass ich dort ein paar soziale Kontakte knüpfen kann und dadurch auch immer besser in die Sprache reinkomme. Gestern zum Beispiel hat mich eine Mittänzerin nach Hause gebracht und ich habe die ganze Autofahrt über locker mit ihr geschnackt.

Mittlerweile bin ich nicht mehr so pingelig mit mir selbst und schnacke auch mal drauf los. Egal ob das alles so richtig ist oder nicht. Die Kiwis sind da wirklich alle sehr entspannt, was mir die Konversationen sehr erleichtert. Ich bin sogar schon so weit, dass ich Witze, Ironie und Sarkasmus verstehe. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich nur ein Viertel meines Wortschatzes nutzen kann, da mir in den Unterhaltungen spontan dann immer nur dieselben Worte einfallen. Was ich momentan noch sehr schwierig finde ist, wenn ganz viele Leute auf einmal reden und sowieso ein gewisser Lärmpegel herrscht. Dann bekomme ich meistens nicht alles mit. Aber im Großen und Ganzen klappt es wirklich schon sehr gut und ich werde immer selbstbewusster, was das Reden angeht!

Ich amüsiere mich hier immer wieder köstlich über die Gesichter der Kiwis, wenn ich mich mit meinem Vornamen vorstelle. „Amelie“ scheint hier ein ganz komischer und außergewöhnlicher Name zu sein. Die meisten Leute verstehen oder vergleichen es mit „Amerie“ oder so was, was für mich dann wiederum befremdlich klingt. Ich bin schon dazu übergegangen, dass ich sage „wie Emily nur mit A“. Dann haben sie zumindest schon mal die Aussprache so einigermaßen drauf. Ich finde es aber irgendwie auch cool, dass mein Name eine kleine Herausforderung zu sein scheint, da man ja so bekannter weise eher im Gedächtnis bleibt.

Am Samstag sind wir nach einem wunderbaren Nachmittag mit einer anderen deutschen Familie, zu einer Tanzaufführung der Schule in Whangaparaoa gefahren. Sie haben dort so genannte „Performance Groups“ und die haben eine Show auf die Beine gestellt. Ich war von den Kostümen sehr beeindruckt und auch von der Länge der Show. Allerdings erkannte man leider keinen eigenen Stil, da alles eher im jeweiligen klassischen Stil gehalten war, wodurch sich die Bewegungen am Ende eigentlich auch vermehr wiederholten. Die Show bestand aus Jazz, Tap, Contemporary und Ballett. Außerdem hatten sie noch ein paar Gesangsstücke dabei. Es gab sehr gute Leute, dafür aber auch ein paar relativ weniger gute, wenn ihr wisst was ich meine. Einigen war die Aufregung/Angst regelrecht anzusehen, dafür stand anderen aber auch der pure Spaß und die Freunde ins Gesicht geschrieben. Alles in allem war die Show in Ordnung und es war ein sehr schöner Abend.

In der Pause haben wir dann noch afrikanische Kinder mit einer Spende unterstützt und dafür einen leckeren Schokokuchen bekommen. Charity wird hier in Neuseeland sehr groß geschrieben. Obwohl die normalo Familie hier wirklich nicht so viel hat, wird immer und überall gespendet und gesammelt was das Zeug hält. In der Schule der Mädels gibt es demnächst ein Fest, für das auch schon Sachspenden gesammelt wird. Ich glaube dieses Fest kann man ein bisschen mit der johann’schen Burkina Faso Aktion vergleichen. Nur das hier, soweit ich weiß, auch Spenden an die Schule selbst gehen.

Am Sonntag waren wir wieder am Strand. Ich liebe den Strand einfach so sehr. So langsam kommt schon die Zeit, wo man sich eincremen muss. Und dazu muss ich sagen, dass wir immer noch Winter haben…

Dieses Mal haben die Mädels am Strand ein Steiff-Pferde-Fotoshooting veranstaltet und wir anderen sind gewalkt/gejoggt. Es ist echt wunderschön am Strand zu walken. Erstens geht es da nicht mit 99,98% Steigung bergauf wie hier in der Nachbarschaft, wo wir ja immer mit dem Hund walken (wobei ich sagen muss, ich gewöhne mich schon ganz langsam daran) und zweitens ist es einfach toll mit einem so fantastischen Ausblick zu trainieren. Man merkt gar nicht so sehr, dass man läuft, weil einen die Aussicht für alles entschädigt. Einfach nur super! Auch Arkasmo hatte seinen Spaß und war danach total fertig und hundemüde (im wahrsten Sinne)…

Als wir am Stand ankamen und aus dem Auto gestiegen sind, haben wir große Buchstaben im Sand gesehen. Als wir genauer hingeguckt haben, erkannten wir, was dort geschrieben stand: „LENE, WILL U MARRY ME?“ Ich fand das so toll! Eine wirklich süße Idee! Wir haben die ganze Zeit geschaut, ob wir ein Flugzeug sehen, was darüber fliegt. Eins haben wir gesehen, aber ob Lene da auch drin war, wissen wir natürlich nicht. Vielleicht hatte sie es ja auch schon gesehen, bevor wir da waren…

Montag war ich mit Amelia bei einer Versammlung der Silverdale School, auf die die Mädchen gehen. Solche Versammlungen gibt es jeden Montag, allerdings sind nicht immer alle Jahrgänge beteiligt. Diesen Montag waren aber alle beteiligt, deswegen haben wir uns das angeschaut.

Es fängt damit an, dass die Kinder super diszipliniert und ordentlich in Reih und Glied in die Halle kommen und sich auf den Boden setzten. Für Besucher und Lehrer stehen an der Seite und hinten Stühle, die die Kinder vorher hingestellt haben.

Der Raum füllte sich also langsam mit Kindern in grünen Schuluniformen, was mir natürlich besonders gefiel. Als Jahrgang 1 bis 8 (insgesamt ca. 100 Schüler) vollständig waren, hat ein Schüler die Versammlung eröffnet und alle gebeten sich für die Hymne zu erheben. Alle standen auf und haben die neuseeländische Hymne gesungen. Erst auf Maori und dann auf Englisch. Schon dabei kamen mir fast die Tränen, nicht zuletzt, weil die Hymne einfach wunderschön ist.

Die Versammlung stand unter dem Thema Müll, weswegen ein Mädchen eine PowerPoint Präsentation mit dem Titel „Keep our school nice and green“ gehalten hat. Danach wurden Urkunden und Ehrungen verteilt. Einerseits für die, die in dem Cross Country Lauf gut waren, was bedeutet, dass Lavinia auch eine Urkunde bekommen hat, und andererseits wurden Urkunden und Anerkennungen für zum Beispiel gute Spellingtests oder für gutes Zeitmanagement vergeben. Dazu hat die Schulleiterin dann auch immer noch ein paar gratulierende Worte verloren. Ich war so beeindruckt davon. Hier werden die Kinder einfach so toll motiviert und gefördert; das ist unglaublich. Ich konnte nicht glauben, dass das wirklich Schule war. Auch die Klassenräume sehen hier viel freundlicher aus und es gibt überall Kuschelecken und viele Fenster, sodass es eigentlich gar nicht trist werden kann. Nach Schulschluss kümmern sich die älteren Schüler darum, dass die Kleineren alle sicher in die Busse kommen.

Es war durch und durch ein tolles Miteinander und die Schule kommt mir eher wie eine große Familie vor. Ich war wirklich sehr beeindruckt und extrem gerührt.

Abends haben wir dann die neuen Betten für meine Flat abgeholt, welche Norbert bei TradeMe (das neuseeländische Gegenstück zu Ebay) ersteigert hat. Heute Nacht habe ich das erste Mal auf ihnen geschlafen. Es war einfach himmlisch. Meine Schlafcouch ist zwar sehr schön und auch echt bequem als Sitzgelegenheit, allerdings hatte sie nur eine ganz ganz dünne Matratze. Dadurch war sie als Bett nicht ganz so ideal. Aber die heutige Nacht war wunderbar. Ich wollte mich nach dem Aufwachen nur sehr ungern von ihr trennen, aber das alltägliche Morgentraining mit Amelia und Norbert hat gerufen…

Was gibt’s noch zu erzählen? Hm…

Ach ja: Letzten Freitag bin ich mit dem Bus nach Takapuna ein Ort hier in der Nähe gefahren. Das Ding war, ich hatte keine Ahnung wo ich aussteigen und schon gar nicht wo ich danach hingehen musste. Ich hatte verpeilt mir das alles auf der Karte anzugucken und war deswegen etwas verloren. Durch Zufall habe ich die richtige Haltestelle genommen, dachte allerdings erst ich wäre zu weit gefahren. Ich bin dann einfach losgelaufen und dachte ich frage in irgendeinem Laden, wo ich das Cafe, in das ich wollte, finden würde. Es kam aber kein Laden. Ich hab dann einen Mann gefragt, der mir im tiefsten Kiwisch den Weg erklärt hat. Als ich dann wirklich an dem Cafe angekommen bin, war ich echt stolz auf mich. Wobei ich wirklich mehr Glück als Verstand hatte und ich glaube so ohne jegliche Orientierung hätte ich auch sonst wo landen können.

Es war aber auf jeden Fall lustig und ich hab ja tatsächlich das gefunden wo ich hin wollte…

Ich glaube das war’s jetzt erstmal wieder von mir!

Meldet euch zu Hauf, ihr Lieben!

1000 Küsse und Umarmungen schickt euch,

„Amerie“      


PS: Lavinia saß vorhin neben mir, während ich getippt habe und dann bin ich kurz weggegangen. Ich habe ihr gesagt, sie könnte ja währenddessen einen kleinen Gruß für meine Seite schreiben und dabei dachte ich eigentlich sie schreibt was von sich. Aber sie hat das hier geschrieben:

 „Viele Grüße, 
 eure glückliche Amelie“  

Das fand ich so niedlich, dass ich euch das nicht vorenthalten wollte…


PPS: Heute kam Lavinia von Schule und hat verkündet, dass sie den Cross Country Lauf gewonnen hat. Heute fand der nächst höhere Wettbewerb mit allen Schulen aus der Umgebung statt, für den sie sich ja mit dem Sieg des ersten Schulinternen Lauf qualifiziert hatte. Sie war so glücklich und wir alle so stolz auf sie. Einfach toll. Sie sagte, sie wollte gar nicht unbedingt gewinnen und hatte mit Platz 30 oder so gerechnet. Aber dann wurde sie aus Versehen doch Erste  Ich freue mich wirklich sehr für sie!!! Noch mal well done!

3.9.10 05:39


2. Woche um...

Hallihallo,

 heute vor genau zwei Wochen bin ich hier angekommen.

Jetzt gerade sitze ich zwischen Kartons, da am Dienstag nämlich endlich der meineküken’sche (ihr wisst was ich meine) Container angekommen ist. Also steht hier momentan alles voll mit ihren Habseeligkeiten und ständig hört man ein „Oh“, „Ah“ oder „Ach wie schön“ und einer zieht strahlend etwas aus den Kartons und hält es in die Luft. Manchmal hört man allerdings auch „Oh man, nicht noch ein Küchensieb. Davon haben wir jetzt 6 Stück“. Ich amüsiere mich prächtig! Das Ganze gleicht etwas dem Auspacken von Geschenken, weil so einige Überraschungen und vergessene Sachen dabei sind.

Mein persönlicher Container ist heute auch angekommen. Und zwar wurde mir ein Paket hinterher geschickt, mit ein paar Sachen, die gewichtsmäßig nicht mehr in meine Koffer gepasst haben. Der Paketmensch lies mir durch Norbert „Happy Christmas“ ausrichten. Sehr lustig, denn so war es auch. Obwohl ich ja noch nicht lange weg bin, habe ich mich sehr über meine Sachen gefreut. Pakete zu bekommen ist sooooo toll (ihr versteht die Nachricht durch die Blume, ).

Gestern hatte ich meine ersten zwei Probestunden bei einer Tanzschule in Whangaparaoa. Das ist von Stillwater, wo ich ja momentan lebe, etwa eine halbe Stunde entfernt. Ich habe mir also einen Bus rausgesucht, der mich dahin bringen sollte. Norbert hat mich dann zur Haltestelle (ein Pfeiler mit einem mini Schild und einem Aufkleber, hier auf dem Land ist nix mit Fahrplänen oder so was, nenene) gebracht und mit mir gewartet. Es kam ein Bus, der aber eigentlich nicht meiner war. Aber es schien uns nicht so als würde noch ein anderer Bus kommen. Also sind wir hingerannt (wir standen nämlich auch noch an der falschen Haltestelle, sorry, am falschen Pfeiler) und ich hab den Busfahrer gefragt, ob er zu meiner Haltestelle fährt. Er sagte, dass er da nicht hinfährt und hat mir auf meiner behelfsmäßigen selbst gemalten Karte gezeigt, dass er mich da irgendwo in der Nähe rausschmeißen könnte. Ich bin dann einfach mal im Bus geblieben und merkte schnell, dass hier keine Haltestellen angesagt werden. Also saß ich da und versuchte mich irgendwie zu orientieren, da ich den Weg in etwa kannte, weil Lavinia in der Nähe eine Kunststunde hat. Nur sind wir dann irgendwann in eine andere Straße abgebogen und ich habe von weitem gesehen, dass wir von meinem Zielort immer weiter weg fuhren. Das hat mir dann doch etwas Sorgen bereitet, aber ich blieb erstmal sitzen und dachte mir, wartest du mal ab. Das tat ich also und irgendwann sprang der Fahrer aus dem Bus und gab mir ein Zeichen. Ich also hinterher, raus aus dem Bus. Er erzählte mir, dass ich jetzt diese eine Straße lang gehen solle und dann wäre ich da, wo ich hin müsse. Das war so super freundlich. Und ich war total stolz auf mich, als ich dann nach einem strammen Fußmarsch auch wirklich an der Tanzschule angekommen war.

Ich werde mir in dieser Schule jetzt noch ein paar Stunden angucken und auch noch mal zu einer anderen Schule fahren. Es ist hier so, dass die meisten Schulen am Ende des dritten Terms eine Aufführung haben. Und diese Schule hat das nun auch, das heißt, dass sie alle ihre Tänze haben und die nur noch durchgehen und an ihnen schleifen. Für mich ist es also etwas schwer in die fertigen Choreos einzusteigen, aber ich habe mein Bestes gegeben. Und das auch noch alles auf Englisch. Meine Güte! Einmal fragte mich eine von den Tanzfrauen etwas und als ich antworten wollte, merkte ich, dass alle mir zuhörten. Horror! Aber da muss ich durch.

So langsam höre ich mich auch ganz gut in den Akzent rein und wenn ich nicht so daran denke Fehler zu machen, dann schnacke ich auch ein bisschen drauf los.

Letzten Sonntag waren wir ja bei der Tanzveranstaltung. Das war echt super! Eine tolle Show, tolle Talente, tolle Choreos, tolle Musiken, (größtenteils) tolle Ausdrücke und man war ganz nah dran, sodass man merkte wie aufgeregt die Tänzer waren. Außerdem liebe ich es wenn man das Tanzen hören kann. Am Anfang knackten und krachten die Gelenke und ich musste so lachen, weil das einfach typisch Tänzer ist.

Zwischendurch hatten sie immer kleine Intermezzi mit Stühlen und ich musste an unsere letzten Aufführungen denken, da wir ja auch solche Intermezzi, nur eben mit Koffern, hatten.

Morgens waren wir in einer Kirche hier in der Nähe. Leider sind wir gnadenlos zu spät gekommen, weil die Gottesdienstzeiten geändert wurden und wir nichts davon wussten. Also haben wir uns dann nur hinten rein geschlichen und sind pünktlich zur Kommunion da gewesen. Die Lieder sind wirklich sehr schön und lustigerweise gibt es keine Gesangsbücher. Alle Lieder und die meisten Gedichte werden mit einem Beamer an die Wand gestrahlt und so können dann alle mitsingen. Der Pfarrer hat vor dem Ende der Messe noch einen Witz gerissen. Echt super süß! Das hat mich sehr an Pfarrer Fischer erinnert, weil er nämlich auch einen schönen Sonntag wünschte und alle mit „Danke, gleichfalls“ antworteten. Insgesamt war es eine sehr freundliche Stimmung und alles war herzlich und warm. Nicht wie in vielen deutschen Kirchen, wo alle mit gesenktem Haupt sitzen und auf harten Holzbänken knien. Nein, hier strahlen die Leute dich an und die gute Laune springt über. Obwohl ich ja momentan gar nicht so der Kirchengänger bin, würde ich demnächst gerne noch mal eine ganze Messe mitbekommen.

Nach der Messe sind wir dann an den Strand gefahren. Das könnte zur Gewohnheit werden. Sonntags an den Strand. I love it. Diesmal bin ich alleine spazieren gegangen, da Amelia und die Mädels „Cross Country“ (ein Lauf über Stock und Stein, das machen die Kinder hier in der Schule) geübt haben. Es hat sich wirklich gelohnt, denn Lavinia hat den Wettbewerb bei den Mädchen gewonnen und fährt jetzt zu dem nächst höheren Wettbewerb. Ich würde mal sagen, well done!    

Heute Morgen habe ich meine erste Eidechse gesehen. Die gibt’s hier ganz oft, aber die sind ja harmlos und tun einem nichts. Also leben wir in friedvoller Nachbarschaft, solange sie draußen im Garten bleiben. Mal sehen, wann sich der erste in mein Zimmer traut.

Übrigens habe ich hier schon sehr sehr viele Regenbögen gesehen. Das ist einfach wunderschön. Und den Mond habe ich jetzt auch gesehen. Er ist hier ja anders als in Deutschland. Momentan haben wir Halbmond und er sieht aus wie ein „D“, das auf dem Bauch liegt. Ein ganz komischer und ungewohnter Anblick. Dazu kommt dann auch noch der andere Sternenhimmel, welcher hier super reich und irgendwie heller ist. Einfach toll!

 Im Radio spielen sie hier dauernd Lieder, die ich entweder von ganz früher vom Chor kenne oder welche, die wir mit dem Musikkurs gemacht haben. Vorhin kam „California Dreaming“ und ich sah unsere zahlreichen mehr oder weniger erfolgreichen Proben und unsere super Choreo vor mir und habe mich einfach nur schlapp gelacht. Sehr witzig das alles im Radio zu hören…

So, das soll es jetzt erstmal wieder gewesen sein. Ich höre jetzt auf, denn die Couch ist fertig bezogen und wir zwei müssen uns nach 10 Monaten Fernbeziehung endlich wieder vereinen. Ich liebe diese Couch einfach abgöttisch!

Also bis ganz bald, meine Lieben!

1000 Küsse und Umarmungen nach Bremen und an alle in der Welt verstreuten…

Achja:

Meine neue Adresse ist übrigens folgende, nur falls jemand mal statt einer tollen Mail einen schönen Brief schicken möchte. (Man muss den dann aber auch abschicken, Isa)

Amelie Harress
60 Stillwater Crescent
Auckland 0993
New Zealand

19.8.10 11:18


Hello again

So, meine erste Woche hier ist um. Ich schwebe immer noch irgendwo zwischen Deutschland und Neuseeland, aber ich denke das ist noch legitim…

So langsam erkenne ich einige Strecken, die wir mit dem Auto fahren, wieder und das macht mich dann ganz stolz (hehe). Mir wird auch nicht mehr so elendig schlecht wie vor einer Woche, ohne Übelkeit überstehe ich allerdings nur wenige Fahrten. Hält sich aber in Grenzen inzwischen.

Am Mittwoch habe ich die Exvermieter der Meinekes kennen gelernt, Lois und Ross. Zwei äußerst herzliche und liebe Personen. Sie haben sich bemüht langsamer für mich zu sprechen und Ross hat sogar mein Englisch gelobt (strahl), wer weiß vielleicht war es auch nur Höfflichkeit. An sich verstehe ich im Allgemeinen inzwischen recht viel. Wenn die Kiwis allerdings erstmal so richtig loslegen und ich nicht mal weiß worum es geht, habe ich etwas Probleme mitzukommen. Meistens brauche ich einfach eine Sekunde um das Gesagte noch mal zu überdenken und dann hab ich’s auch verstanden. Nur mit dem Antworten bin ich noch etwas schüchtern, da ich weiß, dass sie ja alle meine Fehler hören und bemerken würden. Amelia und Norbert versichern mir jeden Tag, dass sich die Kiwis nicht darum scheren wie ich rede, aber ich möchte es natürlich richtig machen.

Nachdem wir bei Ross und Lois waren, sind wir zu der Schule in Auckland gefahren, an der ich mich bewerben wollte. Leider haben wir erfahren, dass sie nach diesem Term geschlossen wird. Somit kann ich mich da nicht mehr bewerben. Schade, schade! Jetzt lege ich alle meine Hoffnungen in die Schulen in Wellington und Christchurch. Däumchen drücken bitte…

Ich habe übrigens mein „Gute-Wünsche-Buch“ gelesen. Danke für all die schönen Einträge! Ich habe mich wirklich sehr gefreut, viel gelacht und mich noch mal an die schönen Abschiedsfeiern erinnert. Dankeschöööööööööööööööön!!!

Heute sind wir zum zweiten Mal nach Auckland rein gefahren. Leider war es wieder sehr bewölkt, sodass wir nicht den besten Blick hatten. Ich fand es aber trotzdem sehr schön!!! Der Skytower ist einfach beeindruckend und die auckländer Skyline im Nebel ist einfach ein cooler Anblick.

Meine Pläne für die nächsten Tage sehen folgendermaßen aus:

Am Sonntag gehen wir 4 Mädels (Amelia, Melina, Lavinia und ich) zu einer Tanzveranstaltung. Die Fortgeschrittenen von Melinas Tanzschule zeigen ihr Können und das werden wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Außerdem werde ich versuchen mich mit Tanz- und Gesangsstunden einzudecken, damit ich auch fit für die Auditions bin.  

So weit so gut, lasst was von euch hören, meine Lieben!

Seid gegrüßt und geküsst,
eure Amelie 

Ach ja:

Ich habe seit gestern eine Kiwinummer: 0064220375743
Auf meiner alten deutschen Nummer bin ich aber weiterhin zu erreichen.  

Und zu den Bildern:
Es funktioniert momentan irgendwie leider nicht Bilder hier hochzuladen. Zu finden sind welche im Facebook und dann hoffentlich irgendwann auch bald hier auf dieser Seite…

13.8.10 10:57


Die ersten Tage

Hallo meine Lieben,

ich sitze gerade auf meiner Ausziehschlafcouch in meiner süßen kleinen Wohnung. Ich hab ja schon geschrieben, dass ich gut angekommen bin und es mir gut geht. Am besten fange ich mal ganz vorne an.

Vielen lieben Dank an alle, die meine Abschiedsfeiern zu so schönen Abenden gemacht haben. Es war wirklich schön (fast) alle noch mal zu sehen. Danke für jedes liebe Wort, für jede Umarmung, für jede finanzielle Spritze, für die schönen Abschiedsgeschenke und einfach dafür, dass ihr da ward.

Am Dienstag (03.08.10) habe ich mich dann mit meinem spontan entstandenen Abschiedskomitee auf den Weg nach Düsseldorf gemacht. Es war schon echt ein komisches Gefühl mein altbekanntes Bremen hinter mir zu lassen.

Am Flughafen haben wir mein Gepäck eingecheckt und ich musste Gott sei Dank kein Übergepäck bezahlen. Wir haben dann bevor ich durch die Sicherheitskontrolle musste noch einen Champus geköpft und plötzlich war es auch schon so weit. Es hieß Abschied nehmen, was mir in dem Moment wirklich alles andere als leicht fiel. Danke noch mal an alle, die mit zum Flughafen gekommen sind, das war echt super toll von euch! 

Der Flug von Düsseldorf nach Dubai kam mir unheimlich lange vor. Ich habe gar nicht geschlafen, was zum Großteil an meinem Sitznachbarn lag. Ich saß unschuldig und verheult im Flieger und er setzte sich neben mich und hatte anscheinende nicht die Absicht jemals wieder mit dem reden aufzuhören. Als er dies gegen alle Erwartungen doch tat, fing er laut an zu schnarchen. Naja, ich hab’s überlebt. Nach einer enorm gruseligen Landung (man konnte von Dubai nichts sehen und den Flughafen erst Recht nicht, also landeten wir irgendwo ins nirgendwo hinein) kam ich müde an und nach ca. 573 unnötigen Sicherheitschecks (wir kamen ja gerade aus dem Flieger, wo sollte man da was Gefährliches herbekommen) habe ich mich dann auf die Suche nach meinen nächsten Gate gemacht. Ich hatte dann noch ca. 2 Stunden Wartezeit von den insgesamt 4 übrig und versuchte diese gut rum zu bekommen.

Als es endlich weiterging war ich ziemlich froh, weil ich nämlich endlich schlafen wollte. Also rein in den 380er und… ja, und eineinhalb Stunden später wieder raus. Wir haben Dubai nicht mal verlassen. Es gab technische Probleme mit dem Flugzeug, sodass der Pilot nicht bereit war mit dem Flugzeug zu starten. Also alle wieder raus. Niemand wusste wie es weiter gehen sollte. Ich war ziemlich genervt, denn so schön ist der Flughafen in Dubai nun auch nicht, dass ich noch weitere 5 Stunden dort verbringen wollte. Dies musste ich allerdings bis es dann endlich ab nach Sydney ging. Es gab unheimlich viele heftige Turbulenzen, so dass sich die Crew sogar setzten musste und ihr alle wisst ja wie „gerne“ ich fliege. Von Sydney war es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Auckland und der Flug war entspannt, weil wir mit kaum 100 Fluggästen im A380-800 saßen und es dementsprechend ruhig und bequem war. Ich muss sagen, dass ich eh einen super Platz hatte, da ich am Notausgang saß und somit viel Beinfreiheit genießen konnte.

Mit insgesamt 4 Stunden Verspätung kam ich dann nach schneller Visa- und Gepäckkontrolle mit allen meinen Koffern in der Ankunftshalle an, wo Amelia und Norbert schon mit einem „Welcome Amelööö“- Schild auf mich warteten. Von da ging’s dann mit dem Auto ca. eine Stunde in Richtung Stillwater. Hier begrüßten mich zwei ausflippende Mädels und ein nicht weniger aufgeregter Hund. Nach einer Tour durchs tolle Haus, konnte ich dann endlich duschen, denn obwohl ich insgesamt nur 3 Stunden geschlafen hatte, sehnte ich mich überhaupt nicht nach einen Bett, dafür aber sehr nach einer Dusche. Danach ging’s mir dann auch echt besser!

Meine erste Nacht habe ich wie im Koma verbracht und nichts um mich herum gemerkt. Der Jetlag machte sich zu bemerken, als ich um 6 Uhr aufwachte, zwar total müde war, aber absolut nicht mehr schlafen konnte. Das ist schon ein bisschen zum Ritual geworden. Ich wache auf, bin super müde, aber kann nicht mehr einschlafen. Das ist aber nicht so schlimm. Ich gehe dafür einfach sehr früh schlafen.

In den letzten Tagen habe ich hier durch die Spaziergänge mit Arkasmo schon etwas die Umgebung erkunden können. Und alleine einkaufen war ich auch schon, was ein absolutes Erlebnis war. Ich fühle mich sehr oft, als würde ich träumen, denn es fühlt sich so irreal an plötzlich wirklich hier zu sein!

Gestern wollten wir eigentlich zum Strand nach Orewa fahren, da es aber den ganzen Tag geregnet hat, haben wir uns dann doch für ein Museum in Auckland entschieden. Dort habe ich viel über die Maori Kultur erfahren und sogar ein Bild mit zwei echten Maoris gemacht. In der oberen Etage konnte man alles mögliche über Vulkane lesen, was hier wichtig ist, denn Auckland steht auf 7 Stück (zumindest wenn ich das richtig behalten habe) und ganz Neuseeland ist aus Vulkanen entstanden. Es gab ein Zimmer, in dem ein Vulkanausbruch simuliert wurde. Gruselig!

Alles in allem war es gestern ein sehr toller Regentag und ich finde das Museum echt wunderschön. Ich werde da wohl noch ein paar Mal hingehen, denn es ist riesig und wir haben nicht mal die Hälfte angeschaut.

Heute sind wir dann einfach auf gut Glück zum Orewa Beach gefahren. Übrigens wird Auto fahren hier wohl nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung werden. Momentan wird mir nämlich meistens schlecht und ich habe Druck auf den Ohren, da es hier so hügelig und kurvig ist. Ich denke aber daran gewöhnt man sich schnell und es kommt auch sehr auf die Strecke an.

Zurück zum Beach: Es war wirklich total beeindruckend und wunderschön. Das Wetter war durchwachsen und so konnten wir Regen neben strahlendem Himmel beobachten. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Das Wasser war mehrfarbig und wunderschön und so viele tolle Muscheln habe ich glaube ich noch nie gesehen. Da lagen die Muscheln, die ich gestern im Museum gesehen habe, einfach so auf der Boden rum. Alles sehr beeindruckend. Amelia und Norbert meinten dann, dass ich erstmal auf besseres Wetter warten solle, da sei es dann noch viel schöner. Da bin aber mal gespannt…

Gerade scheint die Sonne und es regnet gleichzeitig. Insgesamt habe ich heute schon 5 Regenbögen (falls dies der Plural von Regenbogen sein sollte) gesehen. Einfach toll!!!

Morgen werde ich wahrscheinlich mit Amelia in die Shoppingmall fahren und später Momsi zum Ballett begleiten, mal sehen was sie für Fortschritte gemacht hat.

Das war’s erstmal von mir. Ich kann euch versichern, mir geht’s gut hier drüben! Ich wurde liebevoll und warmherzig aufgenommen und genieße es sehr nicht irgendwo mutterseelenallein in einem Hotelzimmer zu hocken!

Ich freu mich über jede Mail und über jeden Kommentar von euch!!!

Ach ja: Danke für all die lieben Mails und Sms und ich fand es auch sehr süß, dass so viele sich nach mir erkundigt haben! Es ist schön zu wissen, dass ihr alle an mich denkt!

Fühlt euch gedrückt!!! 

PS: Bilder kommen ganz bald!

8.8.10 10:44


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung